Die Räumlichkeiten PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

Der Weg in ein neues Zeitalter

In den letzten Jahrzehnten standen den Physiklehrern der Lessing-Schule zwei Experimentierräume und ein kleiner "Hörsaal" zur Ausübung ihrer Unterrichtsvorhaben zur Verfügung. Diese Räumlichkeiten entsprachen dem Zeitgeist der 70er Jahre und waren mit feststehenden Experimentiertischen und jeweils einer großen Tafel an der Frontseite des Raumes versehen. So war bei unseren altehrwürdigen Kollegen Hans-Gerd Wiegmann und Manfred Müller, der sich im Jahre 2015 in den Ruhestand verabschiedet hatte, sowie bei Herrn Bartsch, der seit Anfang des Jahres seinen Ruhestand genießt, schon zu Beginn dieses Jahrtausends der Wunsch nach einer Modernisierung vorhanden, doch dieser Wunsch konnte aus finanziellen Gründen zunächst nicht erfüllt werden.

Man entschloss sich daher im Jahre 2009 im Rahmen einer Projektwoche den alten Räumlichkeiten einen neuen Anstrich zu verpassen. Die Physiklehrer sowie zahlreiche hilfsbereite Schülerinnen und Schüler gaben diesen Räumlichkeiten wieder ein neues Make Up und mit Hilfe unserer Kunstlehrerin Frau Meier konnten diese Räumlichkeiten sogar mit tollen Zeichnungen aus der Welt der Physik versehen werden. In den folgenden Jahren blieben diese Räumlichkeiten nahezu unverändert bis im Rahmen von Brundschutzsanierungen Möglichkeiten entdeckt wurden, den gesamten naturwissenschaftlichen Trakt neu zu gestalten.


Unterricht in ungewohnter Umgebung

Nach einer sehr langen Planungsphase gab die Stadt im Januar 2016 „grünes Licht“ für die praktische Umsetzung. Doch bevor die Sanierungsarbeiten nach den Abiturprüfungen 2016 beginnen konnten, mussten die alten Fachräume sowie die Sammlung leer geräumt werden. Nun begann die eigentliche Herausforderung. Im ersten Schritt erfolgte die Auswahl von Ersatz-Unterrichtsräumen mit angemessener Größe, um in ihnen sowohl einen Teil der naturwissenschaftlichen Sammlung als auch zahlreiche Experimentierwagen unterzubringen. Im zweiten Schritt erfolgte dann die eigentliche Umzugsaktion. Hierbei kümmerten sich Herr Dr. Seelbinder und Herr Dr. Block in einer mehrwöchigen Aktion um die Chemiesammlung, wobei die Entsorgung verschiedener Chemikalien eine besondere Herausforderung darstellte. Im gleichen Zeitraum widmete sich Herr Dr. Schümann den Experimentiermaterialien in der Physiksammlung und in den Fachräumen. Natürlich musste die provisorische Sammlung das Experimentiermaterial beinhalten, welches in den verschiedenen Jahrgangsstufen bis zum Ende der Herbstferien auf jeden Fall Verwendung finden würde, damit die Lessing-Schule auch weiterhin einen hochwertigen und schülerorientierten Unterricht anbieten konnte. Der Rest, d.h. knapp 70% der Sammlung verschwand in dieser mehrwöchigen Aktion in Umzugskartons, die im Keller deponiert wurden.

Nun hieß es, die Durststrecke bis zur Neueröffnung des naturwissenschaftlichen Bereichs, d.h. einen Zeitraum von etwas mehr als einem halben Jahr zu überbrücken. Da uns nur zwei Räume zur Verfügung standen, musste trotz hervorragender Stundenplangestaltung und Raumplanung der Physikunterricht das ein oder andere Mal im Klassenraum stattfinden.

Stationenlernen zum Magnetismus

Natürlich stellen solche Voraussetzungen eine große Herausforderung für den experimentellen Unterricht dar, doch auch in diesen Räumen war man nicht nur auf „Kreide-Physik“ beschränkt, denn mit etwas Engagement konnten grundlegende Experimente aus dem Bereich des Magnetismus oder der Elektrizitätslehre durchgeführt werden. Die sprichwörtliche (Raum-)Not, die erfinderisch macht, resultierte in alternativen Gestaltungsmöglichkeiten des Physik-Unterrichts. Zum Einen konnte man auf den Computerraum ausweichen, um dort interaktive Bildschirmexperimente, die u.a. von der Uni-Bayreuth angeboten werden, durchzuführen, zum Anderen war es möglich, den Mechanik-Unterricht teilweise auf den Schulhof zu verlegen, sofern die Wetterbedingungen dieses zuließen.

Absolut problematisch war die Durchführung von Experimenten, die bei Dunkelheit stattfinden müssen, denn es standen zu jener Zeit keine geeigneten Unterrichtsräume zur Verfügung, die so weit abgedunkelt werden konnten, dass eine Durchführung von Experimenten aus dem Bereich der Optik oder der Atomphysik in Form von Schülerexperimenten oder als Demonstrationsversuch Erfolg versprachen.

Die neuen Räumlichkeiten

Nach etwas mehr als acht Monaten war es dann soweit! Die neuen Räumlichkeiten waren hinreichend fertiggestellt, dass der Umzug der Physik-Sammlung aus den provisorischen Unterrichtsräumen und das Entpacken der Umzugskartons beginnen konnte. In den Herbstferien konnten wir mit dieser Aktion beginnen, so dass der Unterricht in den Räumlichkeiten Ende November, nach der Installation unserer neuen interaktiven Whiteboards beginnen konnte.
Heute verfügt die Fachschaft Physik über moderne Räumlichkeiten, bestehend aus drei Unterrichts-Fachräumen und einer umfassend ausgestatteten Sammlung, die ein schülerzentriertes Lernen (Lernen mit "Kopf und Hand") in allen Jahrgangstufen bzw. Teilbereichen der Physik ermöglicht.

 
Die Räume zeichnen sich dadurch aus, dass die Versorgung von variabel einstellbaren Spannungen (Wechsel-/ und Gleichspannung) sowie für das 230V-Versorgungnetz über ein Deckenschienensystem (mit herunterklappbaren Anschlüssen) an die einzelnen Experimentierpositionen verteilt werden können. Diese Einrichtung erlaubt die Möglichkeit variabler Tischkonstellationen, wodurch der Unterricht deutlich flexibler gestaltet werden und somit auch die Teamfähigkeit der Schüler untereinander effizienter gefördert werden kann. Zudem verfügen alle Fachräume über zahlreiche Internetanschlüsse, die es jedem Schüler erlauben, eine individuelle Internet-Recherche durchzuführen.

Während der Osterferien 2017 wurde auch der bis dahin etwas blass wirkende Flurbereich des naturwissenschaftlichen Trakts mit einigen Fachpostern farbenfroher gestaltet, so dass wir dem Ende der Umbaumaßnahmen entgegensehen.

Zum "Jahrbuchartikel 2016" >>


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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 26. Juni 2017 um 18:06 Uhr